über uns


St. Marien
Löhrstr. 23

57072 Siegen





Die St. Marienkirche ist die erste katholische Pfarrkirche, die nach der Reformation in Siegen gebaut wurde. Der Grundstein zum Bau der Kirche wurde am 22. Juni 1702 gelegt, fertiggestellt wurde sie aber erst 23 Jahre später, 1725.

Die St. Marienkirche ist die Mutterkirche Siegens und hat eine hohe Bedeutung für die Stadt und ihre Umgebung, denn das katholische Leben in Siegen ist von der Gemeinde St. Marien über einen langen Zeitraum geprägt und gestaltet worden.

Die kath. Kirche
St. Marien ist die Stadtkirche in der Siegener Oberstadt (Siegberg). Sie ist tagsüber zum Gebet für alle Gläubigen geöffnet.



Im Jahr 2000 wurde von Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt die räumliche Umschreibung für die Zusammenarbeit in Pastoralverbünden festgelegt. In Siegen haben sich daraufhin die Gemeinden St. Marien,
St. Michael und St. Bonifatius zum Pastoralverbund  Siegen-Mitte konstituiert.



Unser Pfarrheim
Häutebachweg 5

57072 Siegen

Hier sind die Räumlichkeiten für unsere Gruppen und Vereine, aber auch das Dekanatsbüro, die Caritas und die Kroatische Gemeinde haben in dem Gebäude Räume angemietet.





Für unsere Gruppen steht ein Raum für ca. 50 Personen zu Verfügung, für größere Veranstaltungen oder Vorträge ist ein zweiter Raum für bis zu 100 Personen bestuhlt.


Eine Küche ist selbstverständlich auch vorhanden.

















Zwei kleinere Gruppenräume sind im im Turm der St. Marien-Kirche.
Sie werden genutzt für die Jugendarbeit, z.B. Messdienertreffen, Kommunion- oder Firmvorbereitung, aber auch für die
"Treffen im Turm" der Gemeinde jeweils nach der hl. Messe am ersten Sonntag im Monat.





Ein Blick in die Geschichte der Pfarrkirche


Mit Errichtung der St. Marienkirche in den Jahren 1702 bis 1725 wurde ein vorläufiger Schlusspunkt in der Baugeschichte der alten Pfarrei Siegen gesetzt. Eigentliche Ursache des Neubaus war der große Stadtbrand am 20. April 1695, dem die damals simultan genutzte Johanneskirche an der Kölner Straße zum Opfer fiel. Sie wurde zwischen 1487 und 1490 als Nachfolgerin der jenseits der Stadtmauer gelegenen alten Johanneskirche gebaut. Stifter dieser Franziskanerkirche war Graf Johann V. zu Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez, Herr zu Breda, Diest und Grimbergen.

Die katholischen Christen der Stadt hatten, abgesehen von der Hauskapelle des Jesuitenkollegs an der Burgstraße, kein Gotteshaus zu ihrer Verfügung. Da die reformierte Fürstin Ernestine Charlotte die in unmittelbarer Nähe ihrer Residenz befindliche Johanneskirche nicht wieder aufbauen wollte, wurde mit dem katholischen Fürstenhaus unter Johann Franz Desideratus und den Jesuiten ein Vertrag geschlossen, der letztendlich die Einigung über die konfessionellen Besitzstände in Siegen erbrachte, geschehen am 28. Juli 1698.
Damit waren die Voraussetzungen zum Bau der neuen Kirche auf einem an der Löhrstraße gelegenen Grundstück geschaffen worden, wo bis zum Stadtbrand noch vier Wohnhäuser gestanden hatten. Hierzu beriefen die Siegener Jesuiten den begehrten, ordenseigenen Architekten, Bruder Anton Hülse, um die Pfarr- und Kollegskirche zu entwerfen und die Bauarbeiten zu leiten. Er hatte zuvor schon Kirchbauten in Coesfeld, Paderborn und Münster erstellt.
Am 22. Juni 1702 wurde in Anwesenheit der Fürstin Maria Anna Josepha, Gemahlin von Wilhelm Hyazinth, Fürst zu Oranien und Nassau-Siegen, der Grundstein der Marienkirche gelegt. Während der Erbauung nahm man auch die Verlegung der gräflichen Grabstätten vor. Die Umbettung erfolgte aus der Krypta der durch den Brand zerstörten Johanneskirche in den Chorraum der noch nicht vollendeten Marienkirche und umfasste die sterblichen Überreste von acht Personen. Unter ihnen auch der besagte Stifter des Franziskanerklosters zu Siegen, Graf Johann V. und seine Familie.
Eine Gedenktafel, welche auf die beigesetzten Personen aufmerksam machen will, wurde im Jahre 2008 im vorderen Teil der Kirche in der Nähe des Taufbeckens angebracht.
Die erwähnte Krypta spätgotischer Bauweise hat noch bis in das Jahr 1970 hinein in ihrer Substanz weitgehend unversehrt die Wirren der Zeit überstanden, bis sie im Zuge eines Kaufhausneubaus bedauerlicherweise niedergerissen wurde.
Die Errichtung der Marienkirche gestaltete sich sehr langwierig, da die Gemeinde, die ihre Mittel selbst aufbringen musste, finanziell nicht reich bestückt war und der Architekt 1712 verstarb. Er fand in seiner letzten Kirche auch sein Grab. Erst seit dem 15. August 1725 war die Kirche vollständig benutzbar, ein besonders feierlicher Tag im Leben der Pfarrei.
Die Jesuitenchronik berichtet:
"Man zählte wohl 4000 Menschen die nach Schluss des Gottesdienstes sämtliche Väter bis 2 Uhr nachmittags im Beichtstuhl beschäftigt hielten. An diesem Tage gingen mehr als 1600 zum großen Troste für uns zum  Tisch des Herrn, seit dieser Feier blühte die Kirche auf durch den beständigen Besuch der Katholiken ... "
Am 16. Oktober 1729 erfolgte die Konsekration durch den Mainzer Weihbischof Dr. Caspar Adolf Schnernauer. Die Fertigstellung der Kirche war vor allem dem Jesuitenpater Matthias Hall zu verdanken der 1734 im Chorraum seine letzte Ruhe fand.
Die Wahl des Patroziniums fiel auf Maria Himmelfahrt (15. August), da dieses Datum für die Jesuiten von besonderer Wichtigkeit war, denn der Ordensgründer Ignatius von Loyola hatte an jenem Tag des Jahres 1534 die Vorraussetzungen zur Gründung seiner Gesellschaft Jesu geschaffen.
Die Jesuitenkirche St. Marien war somit der erste katholische Kirchenbau des Siegerlandes nach der Reformation und ist heute älteste katholische Pfarrkirche des Dekanates Siegen. In ihrer barocken Konzeption enthielt sie eine ebensolche Ausstallung. Zentraler Blickpunkt war der bis zum Gewölbe empor reichende prächtige Hochaltar. Das Bild rundeten zwei dem Hadamarer Barock entstammende Seitenaltäre ab, die je zwei Heiligenfiguren aufzuweisen hatten: Maria und Johannes unter dem Kreuz und die Jesuiten Stanislaus Kostka und Aloisius von Gonzaga. Besagte Figuren wurden 1728 von dem Bildhauer Johann Theodor Düringer gefertigt und befinden sich seit 2002 wieder in der Marienkirche. Die erwähnten Seitenaltäre mit den Heiligenfiguren wurden 1897 zusammen mit dem rechts im Chorraum angebrachten, 14 Sitzplätze zählenden Fürstenstuhl im Zuge einer Umgestaltung entfernt. Die Bekrönung der Loge einschließlich Wappen ist heute im Oberen Schloss als Dauerleihgabe ausgestellt.
Infolge eines schweren Luftangriffs am 16. Dezember 1944 brannte die Marienkirche bis auf die Grundmauern nieder, die Inneneinrichtung versank in den Flammen. An materiellem Schaden war besonders beklagenswert der Verlust des kostbaren Hochaltares und einer wertvollen, erst fünf Jahre alten Orgel der Firma Klais. Unmittelbar nach dem Krieg setzte unter dem tatkräftigen Pfarrer Wilhelm Ochse der zügig vorangetriebene Wiederaufbau ein. Er schrieb im Angesicht der schrecklichen Situation folgende Worte, die sich bewahrheiten sollten:

"Der äußere Rahmen , innerhalb dessen der Siegener Katholizismus sich bewegte, ist zum größten Teil gesprengt. Aber der katholische Geist wird sich in dieser Zeitenwende doch wieder seinen Körper bauen."
Im Zuge der Instandsetzungen erhielt die Kirche anstelle des verbrannten hölzernen Rippengewölbes ein massives neobarockes Rundbogengewölbe. Die das Stadtbild prägende barocke Turmhaube konnte aufgrund von Fotografien und einer meisterhaften Ingenieurleistung von Herrn Willy van Straalen rekonstruiert werden.
Im Verlaufe der Renovierung von 1973 unter Pfarrer Rudolf Rath wurde der schon von Bruder Hülse vorgesehene Durchbruch des großen Fensters und des Hauptportals an der Südseite verwirklicht. Auch der Altarraum erfuhr eine Umgestaltung, die zeitlos sein und dem erneuerten Liturgieverständnis des zweiten Vatikanischen Konzils entsprechen sollte.
Die besagte Altarraumgestaltung lag in den Händen der Dortmunder Bildhauerin Liesel Bellmann. Ihre Werke wollen dem Benutzer dienen. Die Motive sind geprägt von kraftvoller Strenge und der Pflanzenwelt entliehen. Besonders auffällig ist die Gestalt des Tabernakels. Hier schaut man auf Bronzetüren, die in geschlossenem Zustand eine aufkeimende Rosenknospe als Hinweis auf das neue Leben mit Christus versinnbildlichen wollen, ruhend auf einem Baumstamm aus Carrara-Marmor. Die oft diskutierte Rückwand des Tabernakels will Ehrfurcht und Anbetung vermitteln, sich schützend hinter das Allerheiligste stellen.
Auch die weitere Ausstattung der Kirche soll hier kurz beschrieben werden:
Das 1948 vom Bochumer Verein gegossene Stahlgeläut umfasst insgesamt vier Glocken, die folgende Namen tragen:
-Regina pacis, (Maria, Patronin der Pfarrei) 2105 kg ohne Klöppel,

-Ignatius von Loyola, (Erinnerung an das Wirken der Jesuiten) 1218 kg,
-Franziskus von Assisi, (Erinnerung an das Wirken der Franziskaner) 870 kg,

-Engelbertus, (Erzbischof von Köln, Mitgründer der neuen Stadt Siegen im Jahre 1224) 640 kg.
1949 wurden Beichtstühle und Kirchenbänke angeschafft. Mit der 1952 von Peter Terkatz (Bad Honnef) fertiggestellten monumentalen Kreuzigungsgruppe sollte einerseits die durch den Verlust des Hochaltares frei gewordene Fläche ausgefüllt, andererseits auch der Leiden des Krieges gedacht werden. Außerdem wurde die von den Jesuiten 1641 begründete Marianische Kongregation "Zur schmerzhaften Muttergottes unter dem Kreuze" damit in Erinnerung gebracht. Derselbe Künstler stellte 1953 auch die Madonnenfigur her.
Die Orgel, welche zu den größeren Instrumenten im Siegerland zählt, besitzt 2180 Pfeifen in Verbindung mit 32 Registern verteilt auf drei Manualen und Pedal. Sie wurde 1956 von der Firma Seifert (Köln) gebaut.
Der Kreuzweg wurde 1962 von dem Bildhauer Lückenkötter (Oelde) hergestellt.
Die Fenster wurden von Sr. Ehrentrudis Trost OSB (Varensell) entworfen und 1969 eingesetzt. Sie stellen die Rosenkranzgeheimnisse dar, beginnend links im Altarraum mit "Maria Empfängnis" und schließend rechts im Altarraum mit "Maria Krönung". Das hinter der Orgel befindliche Fenster ist nach einem Entwurf von Wilhelm Buschulte (Unna) 1973 gefertigt worden.
Das rechtsseitig in Nähe des Ausgangs anzutreffende Mosaik stellt den hl. Antonius von Padua mit Jesuskind dar, von Elisabeth Schmitt (Siegen), geb. Achtermann 1947 hergestellt und 1994 in die Wand eingelassen.
Die Kirche erfuhr 1989 unter Pfarrer Hans-Jürgen Wollweber eine äußerliche Renovierung, 1994 wurde sie innen instandgesetzt in Form von neuem Anstrich mit modifizierter Bemalung, Renovierung der Fenster und der Orgel, neuartiger Heizungsanlage. Der Taufbrunnen wurde vom Hauptportal weg ins vordere Kirchenschiff verlegt sowie ein neuer Weihwasserstein nach Entwurf von Liesel Bellmann angeschafft.
Die Marienkirche ist die Mutterkirche Siegens und hat so eine hohe Bedeutung für die Stadt und ihre Umgebung. Denn das katholische Leben, aus einer langen Geschichte hinübergekommen, ist hierhin gemündet und von hier aus weitergewachsen.
Die Farben und die gesamte Atmosphäre der Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt zu Siegen wollen als Einladung verstanden werden, mitten in der Stadt, mitten im Leben und auch der Unruhe und Hast des Alltags, den Weg zu Gott zu finden und auf ihn sich einzulassen, denn auch Gott hat sich auf die Menschen in Jesus Christus voll und ganz eingelassen.
Matthias Weißner