Montag, 29. April 2019

Eine neue Orgel für St. Marien

Nach einem mehrwöchigen und sehr intensiven Diskussions- und Entscheidungsprozess hat der Kirchenvorstand beschlossen, eine gebrauchte, fast neuwertige Siegfried-Sauer-Orgel (Baujahr 1997,
28 Register, mechanische Spieltraktur) aus der katholischen Kirche St. Christophorus in Hannover-Stöcken anzuschaffen. Ein entsprechender Neubau würde heute ca. 550.000 Euro kosten. Die Entscheidung musste sehr zügig getroffen werden, da diese Kirche unmittelbar vor dem Abriss steht und sich die Gelegenheit ergab, die Orgel zu einem symbolischen Kaufpreis zu übernehmen. Damit eröffnete sich durch glückliche Umstände eine einmalige und unwiederholbare Chance für die Marienkirche und eine echte Investition in die Zukunft.

An dieser Stelle sei vor allem Pfarrer Langer und auch den Gremien der Pfarrei St. Maria in Hannover in tiefer Verbundenheit ganz herzlich „Danke“ gesagt!



 Aber warum eine neue Orgel? Die jetzige Walter-Seifert-Orgel aus dem Jahre 1956 spielt zwar immer noch, befindet sich aber in einem sehr schlechten Zustand und ist nachweislich von minderer Materialqualität. So konnte das Klangbild dieser Orgel schon im Zuge der letzten Renovierung im Jahre 1994 nicht verbessert werden. Eine dringend notwendige Generalüberholung verbunden mit einer Komplettreinigung, Beseitigung von Schimmelbildung und die Erneuerung der gesamten alten Innenverkabelung mit Kosten von etwa 100.000 Euro wären nun notwendig geworden. Selbst wenn diese Maßnahmen vollzogen würden, blieben jedoch sämtliche bauartbedingten Defizite dieses Instrumentes bestehen: grelles Klangbild, schlechtes Pfeifenmaterial und störanfällige elektropneumatische Spieltraktur. Eine so hohe finanzielle Investition erschien für die alte Orgel unverhältnismäßig und nicht mehr verantwortbar zu sein.

Damit erklärt sich der Entschluss, die Sauer-Orgel aus Hannover in unserer Marienkirche aufbauen zu lassen. Dies wird jedoch wahrscheinlich erst Anfang 2020 geschehen können. Derzeit ist sie in der Orgelbauwerkstatt in Höxter eingelagert, da in den kommenden Monaten noch die Abgabe der jetzigen Alt-Orgel ansteht, sowie anschließende Umbaumaßnahmen auf der Orgelempore durchgeführt werden müssen. Für die Finanzierung des Um- und Aufbaus wird in der nächsten Zeit noch ein Spendenaufruf erfolgen.
Die Optik wird sich im hinteren Teil der Kirche durch die neue Orgel natürlich verändern, da sie einen modernen, asymmetrischen Prospekt aufweist und das hintere, im Jahre 1974 entstandene Fenster größtenteils verdecken wird. Die Denkmalbehörde betrachtet diese Maßnahme zwar kritisch, erteilte aber infolge der Abwägung aller Punkte eine Genehmigung.
Die Klänge der Sauer-Orgel mit ihren außergewöhnlichen Möglichkeiten (Spanische Trompeten, Zimbelstern, Röhrenglockenspiel) werden uns allen künftig eine Bereicherung in Gottesdiensten und Konzerten sein.
Soli Deo Gloria. Ich freue mich darauf!
Matthias Weißner