St. Bonifatius

Die Kath. Kirche St. Bonifatius in Kaan-Marienborn.


Ein Rundgang durch unsere Kirche

Die sichtbaren und verborgenen Schätze unserer Kirche.

Unsere Kirche wurde 1932/1933 in einer Zeit wirtschaftlicher Rezession und hoher Arbeitslosigkeit geplant und erbaut. In dieser Zeit entstanden eine Vielzahl von Gotteshäusern im Dekanat Siegen, wie die Kirche in Irmgarteichen, Hainchen, Salchendorf, Walpersdorf und Eiserfeld.
Die Kirchenräume mittlerer und kleiner Kirchen entstanden meist als Saalkirchen, die jedoch Stilelemente des Historismus, der Neugotik oder der Neuromantik aufwiesen. Auch unsere Kirche basiert auf einem einfachen Rechteckgrundriss. Chorraum, Turm und Sakristei sind dem Bauwerk harmonisch zugeordnet. Die von außen in weißem Putz gestaltete Kirche mit einem
Sockel aus sichtbarem Bruchstein folgt in ihrer Achse der Talrichtung. Die Architektur der Kirche wird betont durch die schönen Fensterwände, den Altar und Ambo aus Sandstein sowie den Statuen aus Lindenholz. Das Kirchenschiff mit einer Größe von 15,1 x 10,5 Meter bietet ca. 170 Sitzplätze.

Die Anordnung der Fenster und der sichtbar tragenden Bauteile der flachen Holzdecke gliedern das Kirchenschiff in drei Felder. Durch einen großen Rundbogen, der sich auf der strahlenförmig ausgemalten Chorraumrückwand wiederholt, wird der Blick auf den Altarraum gerichtet. Mittelpunkt des Altarraumes ist der mit Bergkristallen besetzte Tabernakel aus Bronze, der in einer Säule aus Sandstein eingebettet ist. Der Chorraum mit einer Größe von 7,5 x 5,3 Meter wird ebenfalls durch die flache Holzbalkendecke betont.
Die Orgelbühne
, die sich im hinteren Bereich unserer Kirche befindet, bietet mit einer Größe von 4 x 10,5 Meter weiteren Platz für Kirchenbesucher.
Ein schmiedeeisernes Gitter im Eingangsbereich der Kirche, welches außerhalb der Gottesdienste verschlossen bleibt, ermöglicht auch tagsüber den Blick zum Alt
ar und gibt Möglichkeit für ein stilles Gebet. Der Zugang zu unserer Kirche wurde im Jahre 2004 mit einer Rampe versehen, um Rollstuhlfahrern den Kirchenbesuch zu erleichtern.


Die bildhauerischen Werke unserer Kirche



Die Kreuzigungsgruppe stammt aus dem früheren Hochaltar. Sie wurde im Jahre 1933 von dem Altarbauer Burg aus Gelsenkirchen gefertigt. Die 110 cm großen Statuen sind aus Lindenholz gefertigt. Bei der Kirchenrenovierung 1966 wurde der Hochaltar abgebrochen. Die Kreuzigungsgruppe wurde von einem dicken Farbanstrich befreit und der Korpus auf einem neuen Balkenkreuz befestigt. Im Jahre 1948 wurde von dem Steinmetz und Bildhauer M. Schlemper eine 170 cm große Marienstatue aus Stein gegossen. Diese Statue wurde zunächst rechts neben dem Chorraum aufgestellt. Nach der Renovierung im Jahre 1966 wurde die Statue auf der linken Seite neben dem Chorraum aufgestellt, da auf der rechten Seite der neue Tabernakel seinen Platz fand. Durch diesen Platzwechsel war der Blick der steinernen Madonna nicht mehr der Gemeinde zugewandt. 1985 beschloss der Verein St. Josef, diese steinerne Statue durch eine Maria aus Holz zu ersetzen. Als Vorbild sollte die vorhandene Statue dienen. Der Blick sollte jedoch der Gemeinde zugewandt sein. Dieser Auftrag wurde an den Holzbildhauermeister Gerhard Otto aus Dernbach im Westerwald vergeben. Die 160 cm große Madonnenstatue wurde aus Lindenholz gefertigt und im Stil der Kreuzigungsgruppe angepasst. Die steinerne Statue wurde auf der äußeren Südseite der Kirche in dem Rundbogen aufgestellt. Im Jahre 1995 ließ der Verein St. Josef eine weitere Statue von dem Holzbildhauermeister Gerhard Otto anfertigen. Die 170 cm große Josefstatue wurde rechts neben dem Chorraum aufgestellt. Sie ist ebenfalls aus Lindenholz gefertigt und den vorhandenen Statuen in ihrem Stil angepasst. Beide Statuen sind ein Geschenk des Vereins St. Josef. Bis zur Kirchenrenovierung im Jahre 2002 zierten die Kreuzigungsgruppe sowie die Marien- und Josefs-Statue in ihrer Natur belassenen Farbe den Chorraum. Bei der Renovierung 2002 wurden die Statuen in einem hellen Braun lasiert, um die Strukturen hervorzuheben. Maria und Johannes sowie die Marien- und Josefs-Statue wurden auf einen Sockel aus Kylltaler Sandstein gestellt, um sie dem Altar, Ambo und Tabernakel anzupassen.

Altarweihe am 30. März 2003

durch Abt Dominicus Meier OSB aus Meschede

Endlich war es soweit. Unsere neu renovierte Kirche war fertiggestellt. Am 30. März 2003 fand die feierliche Weihe des neuen Altares statt. Die Weihe wurde von Abt Dominicus Meier OSB aus Meschede vollzogen. Bei der Messe konzelebrierten neben Pfarrer Winkelmann Vikar Roland Schmitz, Vikar Gregor Tuszynski sowie Diakon Egon Klein. Feierlich wurden die Reliquien des heiligen Augustinus in das Reliquiengrab zwischen den vier Altarpfosten beigesetzt.


Der Original-Text aus der mit beigesetzten Pergamentrolle lautet übersetzt:

Am 30. März des Jahres des Herrn 2003 habe ich, Dominicus Meier OSB- Abt des Klosters Christkönig in Meschede diesen Altar geweiht zu Ehren des heiligen Bonifatius, Bischofs und Märtyrers. Ich habe Reliquien des heiligen Augustinus, des Bischofs und Kirchenlehrers, in dem Altar sorgfältig verschlossen und vielen Christgläubigen, die am heutigen Tag die Kirche besuchten einen vollkommenen Ablass gewährt, in der üblichen Form unserer Kirche. Gegeben am 30. März 2003 in Meschede
                + Dominicus Meier OSB


Nun erfolgte die Salbung des Altares. Hierdurch wird der Altar zum Symbol Christi, der vor allen anderen "der Gesalbte" ist und heißt. Denn ihn hat der Vater mit dem Heiligen Geist gesalbt und zu jenem Hohepriester eingesetzt, der auf dem Altar seines Leibes das Opfer des Lebens für das Heil aller Menschen darbringen sollte. Das Verbrennen des Weihrauchs auf dem Altar weist darauf hin, dass Christi Opfer, das auf dem Altar unter heiligen Zeichen fortdauert, wie lieblicher Wohlgeruch zu Gott aufsteigt. Es ist aber auch ein Zeichen dafür, dass die Gebete der Gläubigen Gott angenehm sind und zu seinem Thron emporsteigen. Nach der Eucharistiefeier folgten Worte zum Glückwunsch von Pastor Bieder der evangelischen Kirche, Bürgermeister Ulf Stötzel sowie des Architekten Klaus Sauerwald. Im Anschluss wurde die ganze Gemeinde zur Feier ins Pfarrheim geladen. Dies wird ein unvergessener Tag für uns bleiben.

                                                                         (Aus der Festschrift 75 Jahre Gemeinsam im Glauben unterwegs 1933-2008)